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Blog: Die Corona Krise- was wir von ihr lernen und welche Chancen sie uns bietet

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Liebe Leserin, lieber Leser,

seit vielen Jahren leite ich eine Afterwork-Coachingreihe mit ambitionierten Frauen in München. Wir treffen uns 6 x jährlich jeweils am Mittwochabend und reflektieren Themen, die uns beschäftigen: Karriere & Beruf, Partnerschaft, Beziehungen, Erziehung, Gender und Diversity. Die Gruppe könnte vielfältiger und unterschiedlicher nicht sein: das Alter, sie arbeiten in unterschiedlichen Branchen, Berufen und Positionen und leben in ungleichen Familienkonstellationen.

 

Ich liebe es als Coach diese Gruppe anzuleiten, weiß ich doch aus eigener Erfahrung wie sehr wir von den Beiträgen der anderen lernen können. Der größte Mehrwert aus meiner Sicht besteht darin, dass uns die Impulse der anderen zum Umdenken aber auch zu neuen Denkansätzen und Handlungen führen und dass wir durch das Voranschreiten der anderen immer wieder motiviert werden, die eigene Komfortzone zu verlassen. Hier eine Stimme dazu.

Nach dem lockdown im März war klar, dass wir uns für eine längere Zeit nicht mehr persönlich würden sehen können. So beschloss ich, die Gruppe alle 14 Tage via „Zoom“ einzuladen um das Gemeinschaftsgefühl in dieser ungewöhnlichen Zeit zu stärken. Wir stellten eine Gemeinsamkeit fest: Wir alle waren im Homeoffice! Aber dann wurde es schon spezifischer.

Ein Mitglied der Gruppe traf die Pandemie besonders. Sie und ihr Mann arbeiten Vollzeit im Homeoffice und betreuen ganztags nebenbei zwei Kinder im Alter von acht und zwölf Jahren. Eine andere ist mit ihrem sechs Jahre alten Sohn plötzlich alleine zuhause, ihr Mann fährt in die Arbeit wie bisher. Bei beiden Familien fielen plötzlich Schule, Kita und die Betreuung durch die Großeltern aus. Eine andere ist Single, und sie traf zunächst die Einsamkeit im Homeoffice sehr. Andere waren von der Kurzarbeit betroffen und machten sich Gedanken, wie es finanziell weitergeht und ob der Job sicher ist. Eine Teilnehmerin fand es schwierig, ihr Team virtuell zu führen und eine andere durfte aufgrund ihrer Schwangerschaft nicht mehr ins Büro und musste frühzeitig ihre Arbeit niederlegen - ihr fiel im wahrsten Sinne des Wortes „die Decke auf den Kopf“, und sie vermisste den Austausch mit ihren Kolleginnen sehr.

In der Zwischenzeit hatte ich einen sehr interessanten Artikel „Die Corona-Rückwärts-Prognose: Wie wir uns wundern werden, wenn die Krise „vorbei” ist.“ von dem Zukunftsforscher Matthias Horx gelesen, in dem er darüber geschrieben hat, wie wir aus der Corona-Krise lernen. In dem Artikel beschwört er eine Gesellschaft, in der vieles besser sein soll als heute. Er schreibt: „Die Menschen leben dann bewusster, halten mehr zusammen, Freundschaften wären intensiver, auch das Klima würde davon profitieren. Corona sei eine Art Probelauf für das, was sowieso kommen wird“.

Auch ich begann mich mehr und mehr damit zu beschäftigen, was sich seit Corona verändert hatte und was ich daraus lerne und in der Zukunft beibehalten möchte. Diese Frage gab ich auch an die Afterwork-Coachingruppe weiter, die sich am 13. Mai zum ersten Mal via Zoom-Konferenz traf.

Hier eine Zusammenfassung der Antworten:

1. Homeoffice möchten alle 10 Teilnehmerinnen beibehalten
Begründung: Konzentrierteres Arbeiten, nicht mehr so gehetzt, Luft zum Durchatmen, bessere Zeiteinteilung, zu wählen fühlt sich freier an, mehr Zeit zum Lesen

2. Mehr Besprechungen und Meetings über Video
Begründung: spart Zeit, weniger Diskussionen, effizienter, da man sich besser vorbereiten und klarer kommunizieren muss

3. Bessere Abstimmung in der Partnerschaft
Begründung: Besonders wer und wann die Kinder betreut und die Hausarbeit verrichtet, Zeit für sich einplanen und einfordern, mutiger werden und unangenehme Dinge früher ansprechen

4. Unbewusste Denkfehler/Annahmen erkennen
Begründung: z.B. kein schlechtes Gewissen bei Homeoffice, was dazu führt, dass wir länger arbeiten, nicht so sehr auf andere schauen und vergleichen

5. Entrümpeln
Begründung: Wir haben viel zu viel Dinge angesammelt. Soviel Besitz belastet und entrümpeln tut so gut - nicht nur die Wohnung, sondern auch die Psyche. Dazu gehört auch sich darauf zu konzentrieren, welche Menschen wichtig im Leben sind und dass alleine sein gut tut.
Ich persönlich werde nichts mehr aufschieben, bewußter einkaufen und ich werde kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich Zeit mit unserer kleinen Hündin verbringe.

Mein Fazit: Um die Herausforderungen in der Zukunft zu stemmen wird die Fähigkeit zur Selbstreflexion, sprich Selbstführungskompetenzen immer wichtiger. Dazu gehören Umgang mit der Angst, Stressmanagement, Resilienz, wertschätzende Gesprächsführung und ein gutes Netzwerk.

Wenn Sie Lust darauf bekommen haben, an einer Coachingruppe teilzunehmen, entweder in München oder im Hofer Land, dann schreiben Sie mir oder rufen Sie mich an. Ich freue mich auf Sie.